Just-Transition-Fund unterstützt zwei Zukunftsprojekte der Versorgungsbetriebe Hoyerswerda
Die Versorgungsbetriebe Hoyerswerda (VBH) haben einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur zukünftigen Wärmeversorgung der Stadt erreicht: Für die Projekte Energiepark Altstadt und grüne Erzeugung am Grundlastheizwerk liegt der Bewilligungsbescheid der Sächsischen Aufbaubank – Förderbank (SAB) für Fördermittel aus dem europäischen Just Transition Fund (JTF) sowie des Freistaates Sachsen vor. Der JTF-Fonds unterstützt Regionen, die besonders vom Strukturwandel im Zuge des Kohleausstiegs betroffen sind.
Insgesamt sollen für beide Vorhaben Investitionen von rund 37 Millionen Euro umgesetzt werden. Die erwartete Förderung beträgt dabei etwa 16,5 Millionen Euro. Mit den Projekten verfolgt VBH das Ziel, die Fernwärmeversorgung schrittweise unabhängiger von fossilen Energieträgern zu machen und gleichzeitig die Versorgungssicherheit für die Bürgerinnen und Bürger langfristig zu stärken.
„Mit dem Förderbescheid können wir die nächsten Schritte für die Wärmewende in Hoyerswerda einleiten. Die Projekte schaffen die Grundlage für eine zukunftsfähige Wärmeversorgung in der Region“, erklärt VBH-Geschäftsführer Wolf-Thomas Hendrich.
Energiepark Altstadt: Innovative Technologien im Zusammenspiel
Im Mittelpunkt des Projekts Energiepark Altstadt steht die Kombination verschiedener Erzeugungstechnologien. Geplant sind eine Solarthermieanlage in Kombination mit einem thermischen Pufferspeicher. Ergänzt werden sollen diese durch eine Photovoltaikanlage und zugehörigem Elektrodenkessel, welcher als Hybridkessel sowohl nach dem Power-to-Heat-Prinzip mit Strom als auch ergänzend mit Biomethan betrieben werden kann.
Mit der Inbetriebnahme könnte nach aktuellen Berechnungen der Anteil erneuerbarer Energien in der Hoyerswerdaer Fernwärmeversorgung von derzeit null auf rund 13 Prozent wachsen.
Neues Grundlastheizwerk als Wärmezentrale
Das zweite Vorhaben betrifft die Weiterentwicklung des Standorts des aktuellen Spitzenheizwerks. Nach dem Umbau zum Grundlastheizwerk sollen nachhaltige Erzeugungsanlagen installiert werden. Eine Solarthermieanlage sowie eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe werden saubere Energie erzeugen. Darüber hinaus entstehen zwei Wärmespeicher.
Ausschreibungen starten noch in diesem Jahr
Nach Erhalt des Bewilligungsbescheides bereiten die Versorgungsbetriebe nun die europaweiten Ausschreibungsverfahren vor. Diese sollen noch in diesem Jahr starten. Der Baubeginn ist anschließend für Anfang 2027 vorgesehen.
Die Inbetriebnahme des Energieparks Altstadt wird derzeit für das erste Halbjahr 2028 erwartet. Das neue Grundlastheizwerk soll mit der Brückentechnologie Gas bereits zur Heizperiode im Herbst 2027 seinen Betrieb aufnehmen, die Erweiterungen nach der JTF-Förderung im Herbst 2028 abgeschlossen sein.
Auch Stadtwerke Weißwasser erhalten JTF-Förderung
Gemeinsam mit den Stadtwerken Weißwasser und Spremberg sind die Versorgungsbetriebe Hoyerswerda Partner im Konsortium „Wärmewende Lausitz“. Auch die Stadtwerke Weißwasser GmbH haben inzwischen einen JTF-Zuwendungsbescheid erhalten: Mit einer Förderung von rund 12,9 Millionen Euro wird dort die weitere Transformation der Fernwärmeversorgung und der Ausbau erneuerbarer Erzeugungs- und Speichertechnologien unterstützt. Geplant sind unter anderem eine Luft-Wärmepumpe, ein thermischer Pufferspeicher und eine Photovoltaikanlage.
Damit wurden für die Vorhaben in Weißwasser und Hoyerswerda innerhalb des gemeinsamen Projektes „Wärmewende Lausitz“ bislang Fördermittel des JTF-Fonds sowie des Freistaates Sachsen von insgesamt rund 29,4 Millionen Euro zugesagt. Die Förderentscheidungen sind ein wichtiges Signal für die gemeinsame Transformation der Wärmeversorgung in der Lausitz und unterstreichen das Engagement der beteiligten Stadtwerke, die regionale Wertschöpfung nachhaltig zu stärken.
Bürgerinformationsveranstaltung am 7. September
Die VBH-Projekte sowie die JTF-Förderung sind auch Gegenstand der 2. Bürgerinformationsveranstaltung zur Wärmewende am 7. September um 17 Uhr im Forumsaal der Lausitzhalle.
